Tarifabschluss im öffentlichen Dienst Warum das „beste Ergebnis“ eher ein ...

Knecht

Ich bin ein Diener!

ZeiselR

Registriertes Mitglied
HI!
Also ich bin kein Fan des Ergebnisses.
Warum?
Jährlich sind es rund 3 %, also nix 7,5 %! Da werden wir für blöd verkauft!
Gegenüber der Restwirtschaft haben wir Gehaltsdefizite; wir hätten eigentliche höher als IG Metall abschließen müssen, um wieder etwas aufzuholen!
Kein Sockelbetrag für die unteren Einkommensgruppen! War das nicht eine Grundforderung der Gewerkschaften, insb. von ver.di?
30 Monate Laufzeit sind zu lang; Tarifverträge sollten meiner Meinung nach jährlich laufen.
Als bedingt gut bewerte ich aber, dass der Abstand zu den Verhandlungen der Länderkollegen evtl. geringer wird. Damit könnten wir evtl. einen gemeinsamen Streik des gesamten öffentlichen Dienstes wieder näher kommen. Und damit evtl. besseren Abschlüssen. Wenn sich mehr Mitglieder finden, die mitkämpfen!
LG
ZeiselR
 

onzlaught

technischer Schulassistent
Spender
"Euer" Abschluß läuft ja auf 2,5 Jahre!?
Da sollten wir Länder vielleicht nächstes Jahr nur für 1,5 Jahr "verlängern"
und danach setzen sich alle (wieder!?) gemeinsam an den Tisch.

Ich finde schon die 3 vor dem Komma erstaunlich,
da ist man die letzten Jahre nicht hingekommen.
 

fränky

Registriertes Mitglied
Zitat aus dem Artikel,

So ergibt sich für einen Neuling im Schulhausmeisteramt der Entgeltgruppe 6 über die 30-monatige Laufzeit ein Plus von 10,36 Prozent oder 242,76 Euro auf 2586 Euro monatlich. Die neue Einstufung macht aber nicht bei den Berufseinsteiern Halt: Die Stufe 2 von gestern wird, wie im Beispiel gezeigt, zur neuen Stufe 1, die 3 zur 2 und so weiter. Am Ende der bisherigen Skala wird die Stufe 6 zur neuen Stufe 5. Zugleich wird eine weitere Stufe – die neue Stufe 6 – hinzugefügt, sodass es wie bisher bei insgesamt sechs Erfahrungsstufen bleibt. – Quelle: Tarifabschluss im öffentlichen Dienst: Warum das „beste Ergebnis“ eher ein mäßiges ist ©2018

Auszug aus der VERDI E-Tabelle VKA (Vorläufig)


EG 8 - neu 2.656,52 EUR 2.890,09 EUR 3.017,56 EUR 3.137,78 EUR 3.269,20 EUR 3.343,02 EUR
EG 8 - alt 2.543,89 EUR 2.808,91 EUR 2.932,80 EUR 3.044,26 EUR 3.168,10 EUR 3.246,12 EUR
Differenz 112,63 EUR 81,18 EUR 84,76 EUR 93,52 EUR 101,10 EUR 96,90 EUR
Prozente 4,43% 2,89% 2,89% 3,07% 3,19% 2,99%

EG 7 - neu 2.493,12 EUR 2.729,06 EUR 2.877,36 EUR 3.004,81 EUR 3.111,25 EUR 3.189,58 EUR
EG 7 - alt 2.387,86 EUR 2.635,53 EUR 2.796,54 EUR 2.920,41 EUR 3.013,29 EUR 3.099,99 EUR
Differenz 105,26 EUR 93,53 EUR 80,82 EUR 84,40 EUR 97,96 EUR 89,59 EUR
Prozente 4,41% 3,55% 2,89% 2,89% 3,25% 2,89%

EG 6 - neu 2.446,41 EUR 2.662,97 EUR 2.788,15 EUR 2.909,22 EUR 3.007,98 EUR 3.081,00 EUR
EG 6 - alt 2.343,24 EUR 2.586,00 EUR 2.709,84 EUR 2.827,51 EUR 2.908,02 EUR 2.988,53 EUR
Differenz 103,17 EUR 76,97 EUR 78,31 EUR 81,71 EUR 99,96 EUR 92,47 EUR
Prozente 4,40% 2,98% 2,89% 2,89% 3,44% 3,09%

EG 5 - neu 2.347,55 EUR 2.555,40 EUR 2.673,48 EUR 2.794,54 EUR 2.894,01 EUR 2.955,27 EUR
EG 5 - alt 2.249,11 EUR 2.480,74 EUR 2.598,39 EUR 2.716,05 EUR 2.802,74 EUR 2.864,67 EUR
Differenz 98,44 EUR 74,66 EUR 75,09 EUR 78,49 EUR 91,27 EUR 90,60 EUR
Prozente 4,38% 3,01% 2,89% 2,89% 3,26% 3,16%

EG 4 - neu 2.236,29 EUR 2.438,63 EUR 2.587,48 EUR 2.676,80 EUR 2.766,11 EUR 2.818,41 EUR
EG 4 - alt 2.142,59 EUR 2.363,07 EUR 2.511,69 EUR 2.598,39 EUR 2.685,09 EUR 2.735,85 EUR
Differenz 93,70 EUR 75,56 EUR 75,79 EUR 78,41 EUR 81,02 EUR 82,56 EUR
Prozente 4,37% 3,20% 3,02% 3,02% 3,02% 3,02%

EG 3 - neu 2.201,29 EUR 2.407,15 EUR 2.462,55 EUR 2.564,71 EUR 2.641,37 EUR 2.711,60 EUR
EG 3 - alt 2.109,19 EUR 2.325,89 EUR 2.387,86 EUR 2.486,92 EUR 2.561,25 EUR 2.629,35 EUR
Differenz 92,10 EUR 81,26 EUR 74,69 EUR 77,79 EUR 80,12 EUR 82,25 EUR
Prozente 4,37% 3,49% 3,13% 3,13% 3,13% 3,13%

EG 2 - neu 2.037,85 EUR 2.234,74 EUR 2.290,29 EUR 2.354,37 EUR 2.495,22 EUR 2.642,56 EUR
EG 2- alt 1.953,10 EUR 2.152,51 EUR 2.214,44 EUR 2.276,39 EUR 2.412,58 EUR 2.555,04 EUR
Differenz 84,75 EUR 82,23 EUR 75,85 EUR 77,98 EUR 82,64 EUR 87,52 EUR
Prozente 4,34% 3,82% 3,43% 3,43% 3,43% 3,43%

EG 1 - neu 1.827,17 EUR 1.858,18 EUR 1.896,96 EUR 1.933,11 EUR 2.026,15 EUR
EG 1 - alt 1.751,25 EUR 1.780,97 EUR 1.818,14 EUR 1.852,79 EUR 1.941,97 EUR
Differenz 75,92 EUR 77,21 EUR 78,82 EUR 80,32 EUR 84,18 EUR
Prozente 4,34% 4,34% 4,34% 4,34% 4,33%


Ich kann hier nichts von einer neuen Stufe 6 erkennen leider, wäre schön gewesen und hätte diesen in meinen Augen schlechten Abschluss um einiges aufgewertet. Verdi Mitglieder werden ja noch darüber abstimmen, bin gespannt, hoffe das noch mehr damit unzufrieden sind. Nicht das wir so enden wie die SPD, Vorstand ist Meilenweit von seinen Mietgliedern entfernt.
 

opti67

Michael
Spender
Mogelpackung. Bei einer Inflationsrate jenseits der 1,5 % bleibt in 3 Jahren ein Reallohngewinn von max 2,5-3 %. Macht jährlich nicht mal 1% aus. Ehrlich gesagt bin ich eher enttäuscht, wieder einmal.
 

Adlermeister

Schulhausmeister
Spender
Ich bin mit dem Abschluss auch nicht restlos zufrieden muss ich sagen. Ich finde es schon ziemlich gut das wir zwei mal eine Drei vor dem Komma haben, das ist mehr als in den letzten Jahren zuvor aber die Laufzeit, die ist noch länger, dabei war die Rede davon das man die Laufzeit wieder verkürzen wollte.

Ich muss aber auch zugeben, in einer Zeit in der immer mehr Verträge ein laufzeit von 24Monaten haben, kann das meinetwegen auch bei uns so sein, solange jedes Jahr eine entsprechende erhöhung darin enthalten ist.
das halbe Jahr am Ende der Laufzeit mit 1,06% ist da wie so ein unnötiger Wurmfortsatz.

Zusammen gerechnet 3,19+3,09+1,06 ergibt es 7,34 und nicht 7,5 und dazu kommt das in der Gesamtsteigerungsrate nur 7,28% raus kommt. Warum bekommen nicht alle 7,5% wie das Verhandlungsergebnis ausgedrück wird.?

Allerdings stimmt die Aussage das insgesamt betrachtet lange kein solch hohes Ergebnis erziehlt wurde.
Dennoch behummst man sich da eigentlich selbst mit der Schönfärberei.

Aber immer noch besser das man immer alles Positiv betrachtet als wenn man immer alles Negativ sieht und sich selbst damit unglücklich macht. Ich Akzeptiere das Ergebnis und mache das Beste daraus.
 

Huus

Hausmeister
Spender
Hallo zusammen,


warum eigentlich genau gibt es keinen Sockelbetrag?
z.B. 150 Euro bei einem Bruttgehalt von 2000 Euro
sowie 150 Euro bei einem Bruttogehalt von 6000 Euro
als auch 150 Euro bei einem Bruttogehalt von 12000 Euro und darüber

Es erschließt sich mir nicht, warum sich die Lebenshaltungskosten bei den niedrigeren Lohngruppen
weniger erhöhen als bei den sehr gut Verdienern!

Wir wollen doch alle, das die Schere nicht noch weiter auseinander geht!!!


Warum fasst keiner dieses "goldene Kalb" an???


Gruß Huus
 

fränky

Registriertes Mitglied
O-Ton, Deutschland ging es noch nie so gut wie heute. Richtig eines der reichsten Länder der Erde seit Jahren Exportweltmeister, nur unten kommt nichts an. Es soll kein Geld da sein für höhere Löhne. Das ist doch verarsche.
Bei diesem Anschluss wurden die großen Steigerungen im oberen Bereich-von den Arbeitgebern gefordert-mit Kürzungen in der Mitte erreicht. Aber wir sind auf jeden € angewiesen.
In vielen Stufen wurde die 3%nicht erreicht, ich komme zB. Nur 6,66% in 30 Monaten. Inflation abgezogen wahrscheinlich eine Nullrumde.
Ich frage mich was passiert wenn die Wirtschaft nur etwas nachlässt, werden die Gehälter gekürzt? Natürlich nur bei uns wir sind ja keine Leistungsträger nicht wichtig.
Verdi hat eine Arbeitgeber Position eingenommen.
Ich wäre gerne noch mal auf die Straße gegangen für 6% für 12 Monate.
Bekommen 6,66 für 30 Monate, ich fühl mich verarscht.
 

ZeiselR

Registriertes Mitglied
Hallo, TechAss!
Die Mitglieder sind erst bei einer Streikurabstimmung dabei. 75 % müssen für einen Streik sein.
Wenn 25 % nach einem Streik für das Verhandlungsergebnis stimmen, gilt die Vereinbarung als angenommen.
So hab ich das gelernt und es müsste noch immer so sein!
Tja, wir haben eine restriktives Streikrecht in Deutschland.
LG
ZeiselR
 

fränky

Registriertes Mitglied
Hallo, TechAss!
Die Mitglieder sind erst bei einer Streikurabstimmung dabei. 75 % müssen für einen Streik sein.
Wenn 25 % nach einem Streik für das Verhandlungsergebnis stimmen, gilt die Vereinbarung als angenommen.
So hab ich das gelernt und es müsste noch immer so sein!
Tja, wir haben eine restriktives Streikrecht in Deutschland.
LG
ZeiselR
So ist auch mein Kenntnisstand.
Es werden sich genug finden die damit einverstanden sind, leider.
So kann eine Minderheit mit der Mehrheit Schlitten fahren. Ist nicht um sonst so geregelt.
Grüße
 

ZeiselR

Registriertes Mitglied
Hi, Fränky!
Naja, ganz so schlecht ist es auch nicht!
Einen politischen Streik möchte ich nicht, da ich gerne Gewerkschaft als meine berufliche Interessenvertretung und Partei als meine politische Vertretung trenne. Ich fände daher Streiks für einen Abzug von Truppen aus Absurdistan einfach nicht OK! Auch das Streik das letzte Mittel sein soll, ist für mich in Ordnung! Sogar dass Beamte nicht streiken dürfen finde ich OK, weil ja ein Dienst- und Treueverhältnis besteht und irgendwer ja die Infrastruktur sichern soll. Dafür gibt es ja auch Besoldung und Versorgung!
Was ich nur komisch finde, ist die Tatsache der "Mehrheitenumkehr" bei Urabstimmungen über Streiks.
Ich würde ja noch einsehen, dass für eine Streik 75 % der Mitglieder dafür stimmen muss, aber wenigsten die Mehrheit sollte für die Annahme eines Verhandlungsergebnisses schon erforderlich sein! Und 25 % sind eindeutig eine Minderheit!

Zum Thema Ergebnis:
Leute, wenn ihr in der Türkei oder Ägypten einkauft, zahlt ihr das das erste Angebot?
Nein, natürlich nicht. Da wird gefeilscht! Tarifverhandlung ist wir türkisch Bazar mit Gruppenzwang!
Die Forderung kommt jedenfalls nie raus!

LG

ZeiselR
 

hueby1701

Problemlöser
Spender
Moinmoin,

Der Abschluss ist genau dass, was wir von der Gewerkschaft erwarten können!
Zu erst werden die Mitglieder mit hohen Forderungen auf sie Strasse geschickt, dann wenn es ernst wird, zieht die Gewerkschaft den Schwanz ein. Und im nachhinein wird der Abschluss dann allen als was gaaaaaanz tolles verkauf. Ein guter Abschluss wäre 4,5 - 4,8%auf ein oder anderthalb Jahre gewesen, alles Andere ist für mich nur lächerlich.

LEUTE DIE GEWERKSCHAFT VERA......... EUCH DOCH NUR NOCH!!
 

fränky

Registriertes Mitglied
Hallo Zeisel,

in meinen Augen kann man die Gewerkschaft nicht aus der politischen Interessenvertretung raushalten. Gerade da haben wir Arbeitnehmer doch die Möglichkeit über Parteiinteressen hinaus für unsere Belange zu kämpfen.

Unser gesamter Rahmen ist doch ein Politischer da wir ja von der Kommune, dem Land oder dem Staat bezahlt werden. Alle Veränderungen seiner Einnahmen zB. haben doch direkte Auswirkungen auf uns.

Wir sind für die Umsetzung Politischer Forderungen zuständig, zB. Kinderbetreuung U3, innere Sicherheit, Erziehung usw.

In unserem Staat findet seit Jahren eine riesige Umverteilung von unten nach oben statt, es gibt einen konstanten Sozialabbau, dass geht uns alle an, gerade die GW. Die haben sich viel zu lange da rausgehalten, für eine Besserung müssten die GW mehr Druck machen, es gibt doch sonst keine politische Opposition die stark genug ist etwas zu ändern.

Uns wird immer gesagt es ist kein Geld da für den ÖD, wir haben den Banken Milliarden gegeben, wir besteuern die Reichen nicht ausreichend, Atommüllentsorgung, Dieselaffäre zB. Gewinne für die Privaten, Kosten für die Allgemeinheit, unsere Manager lassen sich Jahr für Jahr die Gehälter überprozentual erhöhen usw. Es wird hier so viel verdient wie nie zuvor und der Staat die Kommunen haben kein Geld?

Zum Ergebnis,

ich hab oft genug gefeilscht, dass kann sich über Stunden und sogar Tage hinziehen. Das jetzige Ergebnis ist für mich ein klares einknicken vor der Politik, bloß keine Probleme verursachen, ist ja kein Geld da, selbst unsere Funktionäre glauben schon daran.

Der Kuchen wird durch politische Entscheidungen jedes Jahr kleiner gemacht als er ist und nur wenn wir dagegen angehn werden wir in der Zukunft ein vernünftiges Einkommen haben.

Ich hoffe das ist verständlich, sonst gerne nachfragen.
 

KGS Schulassi

Technischer Schulassistent
Spender
Immer dieses Gejammer.

Rein in die für euch passende Gewerkschaft, Schulungen und Streikaufrufe mitmachen und selbst gestalten.
Alle, die hier rumjammern und meckern ruhen sich auf den von anderen gemachten Kompromissen aus!

Vor 6 Jahren war ich auf einer Landesdelegiertenkonferenz und wir haben als eine der kleinsten Fachgruppen gegen der Vorstand durchsetzen können, dass es bei den Tarifverhandlungen einen sozialen Aspekt gibt, nämlich 100€ für jeden (bis zu einer gewissen EG-Grenze) zzgl. der prozentualen Steigerung. Dies wurde dann sogar im Tarifabschluss so umgesetzt.
Es geht vieles, wenn man mitmacht!

Nur Gewerkschaften, die Mitgliederstark sind, haben die Macht, etwas zu bewegen!

LG
Roland
 

ZeiselR

Registriertes Mitglied
Hallo, Hueby1701!
Schade, dass Du glaubst, dass die Gewerkschaften Dich verars....!
Ich bin da ganz anderer Meinung. Nur wenn wir uns stark selbst vertreten, können wir echte Vorteile erreichen.
Wenn die Funktionäre nicht das machen, was wir wollen, können wir die abwählen! Nennt sich Demokratie!
Aber sich dem Arbeitgeberlager ergeben und um Mildtätigkeit betteln müssen, Sprüche wie "erst dienen, dann verdienen" ertragen müssen!
Wem es gefällt, gerne, Masochismus kann anscheinend mir nicht erklärliche Reize haben, aber nicht mit mir!
Ich stehe lieber hin, reiß mein Maul auf und kämpfe für meine Kolleginnen und Kollegen! Und natürlich für mich!
LG
ZeiselR
 

ZeiselR

Registriertes Mitglied
Hi, Fränky!
Ich akzeptier Deine Meinung!
Allerdings sehe ich folgenden Aspekt, gerade wegen dem politischen "MInenumfeld":
Wenn ich als Gewerkschafter / Personalvertreter / Gewerkschaft mich zu sehr politisch einseitig aufstelle, habe ich echte Probleme, wenn mal nicht meine "Abteilung" das Sagen hat.
Für mich ist das privat OK; aber als "Funktionsträger" habe ich ja nicht meine Meinung durchzusetzen, sondern die Belange der von mir Vertretenen! Und zwar bestmöglich! Dafür wurde ich ja in irgendein Funktionsamt gewählt!
Da habe ich, jedenfalls meiner Meinung nach, meine persönlichen Meinungen und Interessen außerhalb meines Mandats rauzulassen, wenn ich bessere Ergebnisse für meine "Leute" erzielen kann.

Bei ganz vielen Punkten pflichte ich Dir als Person bei, aber die meisten Punkte kann ich nicht mit Tarifverträgen regeln.
Ich kann Dinge verbessern oder glätten! Für Änderungen der Einkommensverteilung (Manager zu Mindestlöhner) muss die Politik Entscheidungen treffen.
Wir sind Beschäftigtenvertretungen. Das wir im öffentlichen Dienst uns ganz unmittelbar mit politischen Entscheidungen auseinandersetzen dürfen, macht doch die Grundbedürfnisse der Beschäftigten nicht anders als in anderen Branchen? Oder? Und die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes entscheiden doch nicht über politische Prozesse. Wir vollziehen die Ergüsse und sind zuerst davon betroffen, stimmt!
Aber Entscheidungen treffen wir nicht! Never ever!
Ich bin schon immer am Grübeln, ob wir z.B. Arbeitssuchende als Gewerkschaften /Personalvertretungen wirklich "mitvertreten" können und wie das geschehen soll?
Sollen wir als Beschäftigtenvertreter zur Erhöhung der gesamtstaatlichen Beschäftigtenquote wirklich Zwangsteilzeit für Bestandbeschäftigte einfordern, um mehr Leute in "Lohn und Brot" zu bringen?
Im Interesse der von uns vertretenen Beschäftigten liegt das wohl eher nicht! Das sind aber unsere Gewerkschaftsmitglieder und Beitragszahler. Oder unsere Wähler und Auftraggeber als Personalräte! Wer kann von mir Loyalität einfordern?
Und erinnert Euch, wie heftig die Auseinandersetzungen um Lohnverzicht zur Beschäftigungssicherung waren und sind. Fragt mal die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern!

Ich bleibe aus Überzeugung dabei, dass politische Änderungen durch politische Organisationen herbeigeführt werden sollen und Gewerkschaften Beschäftigteninteressen vertreten.
Ich finde es immer sehr seltsam, wenn Beschäftigtenvertreter ein besonders gutes Verhältnis zu Dienststellenleiter haben und zum Teil sogar schon als deren Sprachrohr agieren.
Wenn aus politischer Folgsamkeit die Interessen der Beschäftigten auf diversen politischen Opfertischen dargebracht werden.
Wenn aus Beschäftigtenvertretern plötzlich Personalvorstände, bzw. Personalchefs werden.
Wenn ausgemusterte Politiker Betriebsratsposten / Aufsichtsratsposten aus dem Arbeitnehmerkontingent bekommen. Das sehe ich genauso kritisch, wie den Wechsel von Politikern in die Vorstände und Aufsichtsräte von Unternehmen.

Ich bin der Überzeugung, das Beschäftigtenvertreter sich darum bemühen sollten, die Interessen ihrer "Mandantschaft" gegen alle bunten Vögelein auf der politischen Hochspannungsleitung durchsetzen zu wollen und zu können.
LG
ZeiselR

 

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