knecht
17.05.2006, 09:09
Freiburg/Karlsruhe – Und es geht doch. Dass Leistungen, die vor Jahren privatisiert wurden, zurückgeholt werden und künftig wieder in kommunaler Eigenregie erledigt werden. So geschehen bei der Gebäudereinigung in Freiburg. Das heißt aber nicht, dass nun wieder alles so ist wie vor 20 Jahren. Voraussetzung für die Rekommunalisierung bereits an Private vergebene Reinigungsleistungen war eine grundlegende Neuausrichtung der Gebäudereinigung. Durch diese Umorganisation wurden die Erwartungen sogar übertroffen, berichtet Beatus Kaminzin, Vertreter der Stadt Freiburg, bei der Bundesfachtagung in Karlsruhe über das Projekt: Mehr Geld gespart als ursprünglich erwartet und Arbeitsplätze geschaffen.
Die Ausgangssituation in Freiburg unterschied sich nicht sonderlich von der in anderen Städten: Anfang der 90er Jahre gehörten 450 Mitarbeiterinnen zur Eigenreinigung der Stadt. Sie putzen alles: Schulen, Kindergärten, Horte, Büros, Bürgerhäuser, öffentliche WCs. Die Wende kam Mitte der 90er Jahre. Sparen hieß das Wort, das alles veränderte. Gleichzeitig macht sich bei Verwaltung und im Gemeinderat die Ansicht breit, Reinigung mit eigenem Personal sei viel zu teuer. Nach und nach wurde die Reinigung an Private vergeben – immer nach dem Motto: Private machen das billiger und besser.
Die Ernüchterung war schon 2002 deutlich. Denn der Wettbewerb unter den Privaten entwickelte ruinöse Züge. Und es wurde klar: Die Standards sinken – was so viel bedeutete wie: Die Privaten waren zwar billiger, aber nun wurde auch schlampiger geputzt. Doch das alles kümmerte den Kämmerer der Stadt wenig. Sein Blick blieb an den niedrigeren Kosten haften. Und so lief alles erstmal weiter – mit Vorrang für die Fremdvergabe.
Arbeitsplätze erhalten
2003 spitze sich die Situation dann zu: 60 Mitarbeiter schieden aus, ihre Zeitverträge wurden nicht verlängert. Das Arbeitsklima unter den kommunalen Reinigungskräften wurde schlechter und schlechter; ihr Durchschnittsalter lag bei 50 Jahren. Wenn weiter alles fremd vergeben werden würde, dann ginge in Freiburg die letzte kommunale Reinigungskraft 2020 – nämlich in Rente.
Doch so ganz aufgeben wollte Freiburg die Eigenreinigung nun auch nicht. 192 Mitarbeiterinnen – meist in Teilzeit – zählten damals zur Gebäudereinigung. „Wir wollten die Arbeitsplätze und den Bereich Reinigung erhalten“, betont Beatus Kamenzin, Verwaltungsleiter des Freiburger Hochbauamtes und damit auch zuständig für die Gebäudereinigung in der Universitätsstadt. Im November 2003 passierte ein Konzept den Freiburger Gemeinderat, das folgendes vorsah: Die Gebäudereinigung hatte 18 Monate Zeit, die Abläufe zu optimieren und 10 bis 15 Prozent der Kosten einzusparen. Während dieser Zeit wurden nur Zeitverträge mit Beschäftigten abgeschlossen. Geht die Rechnung auf, sollten die Zeitverträge in unbefristete Verträge umgewandelt werden.
Wo waren die Optimierungspotenziale? „Wir überprüften die Reinigungsstandards“, sagt Nadia Appugliese, Objektleiterin beim Hochbauamt und Ansprechpartnerin für die die kommunalen Reinigungskräfte und Hausmeister, für die Materialbeschaffung und die Kontrolle privater Reinigungsfirmen. Doch mit den Standards allein war das Ziel nicht zu erreichen: Überprüft wurde auch die Arbeitszeit und die Arbeitsmittel.
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Wenn das mal kein Schritt in die richtige Richtung ist.
Die Ausgangssituation in Freiburg unterschied sich nicht sonderlich von der in anderen Städten: Anfang der 90er Jahre gehörten 450 Mitarbeiterinnen zur Eigenreinigung der Stadt. Sie putzen alles: Schulen, Kindergärten, Horte, Büros, Bürgerhäuser, öffentliche WCs. Die Wende kam Mitte der 90er Jahre. Sparen hieß das Wort, das alles veränderte. Gleichzeitig macht sich bei Verwaltung und im Gemeinderat die Ansicht breit, Reinigung mit eigenem Personal sei viel zu teuer. Nach und nach wurde die Reinigung an Private vergeben – immer nach dem Motto: Private machen das billiger und besser.
Die Ernüchterung war schon 2002 deutlich. Denn der Wettbewerb unter den Privaten entwickelte ruinöse Züge. Und es wurde klar: Die Standards sinken – was so viel bedeutete wie: Die Privaten waren zwar billiger, aber nun wurde auch schlampiger geputzt. Doch das alles kümmerte den Kämmerer der Stadt wenig. Sein Blick blieb an den niedrigeren Kosten haften. Und so lief alles erstmal weiter – mit Vorrang für die Fremdvergabe.
Arbeitsplätze erhalten
2003 spitze sich die Situation dann zu: 60 Mitarbeiter schieden aus, ihre Zeitverträge wurden nicht verlängert. Das Arbeitsklima unter den kommunalen Reinigungskräften wurde schlechter und schlechter; ihr Durchschnittsalter lag bei 50 Jahren. Wenn weiter alles fremd vergeben werden würde, dann ginge in Freiburg die letzte kommunale Reinigungskraft 2020 – nämlich in Rente.
Doch so ganz aufgeben wollte Freiburg die Eigenreinigung nun auch nicht. 192 Mitarbeiterinnen – meist in Teilzeit – zählten damals zur Gebäudereinigung. „Wir wollten die Arbeitsplätze und den Bereich Reinigung erhalten“, betont Beatus Kamenzin, Verwaltungsleiter des Freiburger Hochbauamtes und damit auch zuständig für die Gebäudereinigung in der Universitätsstadt. Im November 2003 passierte ein Konzept den Freiburger Gemeinderat, das folgendes vorsah: Die Gebäudereinigung hatte 18 Monate Zeit, die Abläufe zu optimieren und 10 bis 15 Prozent der Kosten einzusparen. Während dieser Zeit wurden nur Zeitverträge mit Beschäftigten abgeschlossen. Geht die Rechnung auf, sollten die Zeitverträge in unbefristete Verträge umgewandelt werden.
Wo waren die Optimierungspotenziale? „Wir überprüften die Reinigungsstandards“, sagt Nadia Appugliese, Objektleiterin beim Hochbauamt und Ansprechpartnerin für die die kommunalen Reinigungskräfte und Hausmeister, für die Materialbeschaffung und die Kontrolle privater Reinigungsfirmen. Doch mit den Standards allein war das Ziel nicht zu erreichen: Überprüft wurde auch die Arbeitszeit und die Arbeitsmittel.
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Wenn das mal kein Schritt in die richtige Richtung ist.